Die “Barahoneros” sind stolz auf ihre Vergangenheit und geben sich kämpferisch wenn es um ihre Zukunft geht. Zur Zeit warten sie ungeduldig auf eine Verbesserung ihrer Situation, auf das die Versprechungen und Zusagen der jetzigen und vergangener Regierungen auch mal eingelöst werden.

Barahona ist als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz zugleich wichtigstes Wirtschaftszentrum der Region. Während der Diktatur von Trujillo (1930-1961) wurde Barahona zum Zentrum der dominikanischen Zuckerrohrindustrie. In dieser Zeit wurden ganze Landstriche um die Laguna Cabral und Rincón mit Zuckerrohr bepflanzt.

Der Wohlstand der Stadt währte bis Anfang der 1990er Jahre. Damals wollte der dominikanische Präsident Balaguer die Region für den internationalen Tourismus ausbauen. Der Plan scheiterte. In dieser Zeit wurde auch vorübergehend die Zuckerrohrfabrik geschlossen. In Barahona gibt es Steinsalz- und Gipslagerstätten. Diese befinden sich an der Nordseite der Sierra de Bahoruco. Auf der Südseite gibt es dicke Schichten roter Erde, reich an Aluminium, aus der Bauxit gewonnen wird. Ebenso wurde Travertin und Onyx gefunden.

Über den Hafen der Stadt werden Gips, Steinsalz, Holz, Zuckerrohr und Kaffee verschifft.

Hafen Barahona

Hafen Barahona © DomRepWorld.com

Wirtschaft Barahona.

Aktuell leben die 80.000 Einwohner in Barahona von der Landwirtschaft, Bodenschätzen und Tourismus. Die Arbeitslosenquote liegt bei 24% (letzte Statistik aus dem Jahr 2002).

Es gibt einen kleinen Industriehafen und eine Freihandelszone in welcher überwiegend Textilien produziert werden. Konzerne wie Cemex Dominicana (Zement), Rica (Milch und Fruchtsäfte), Consorcio Azucarero Central (Zuckerrohr), WillBis dominicana (Textilien) und Block Khoury (Konstruktionsmaterial) sind in der Region angesiedelt.

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten beschränken sich jedoch nicht auf die Landwirtschaft. Angebaut werden Zuckerrohr, Kochbananen, Obst, Kaffee und verschiedene Knollenarten. Auch die Viehwirtschaft und Fischfang spielen eine wichtige Rolle in der Wirtschaft. Ganz in der Nähe der Stadt gibt es eine Aufzucht von Scampi. Die Karibik mit ihren flachen und sandigen Küstengewässern ist ideales Revier für die Fischerei.

Zuckerrohr aus Barahona.

Kolumbus brachte das Zuckerrohr auf einer seiner Reisen mit auf die Insel Hispaniola. Dieses „Gras” reift durch die guten klimatischen Verhältniss hier in der Karibik recht schnell. Der bis zu vier Meter hohe Stengel kann einen Durchmeser von bis zu sechs Zentimetern erreichen. Die unteren zwei Drittel der Pflanze eignen sich besonders zur Gewinnung des Zuckersaftes. Nach der mühsamen Ernte eines jeden „Grashalmes” mit der Machete muss diese schnell verarbeitet werden, um ihr den größtmöglichen Zuckergehalt auszupressen. Der ausgepresste Saft wird nun gekocht bis er sich verdickt. Jetzt wird er abgekühlt und kristallisiert Zucker. Dabei setzt sich ein dickflüssiger Sirup ab: die Melasse, der Rohstoff für Rum und gleichzeitig Nationalgetränk der dominikanischen Bevölkerung.

Zuckerrohr-Anbau bei Barahona

Zuckerrohr-Anbau bei Barahona © DomRepWorld.com

In der Regel wird Zuckerrohr einmal im Jahr angebaut. Es gibt mittlerweile Sorten, welche auch zweimal im Jahr geerntet werden können. Die Zuckerfabrik befindet sich direkt in der Stadt und während der Saft gekocht wird, schwebt ein süßer Geruch über Barahona.

Es gibt ein gut ausgebautes und weitläufiges Schienennetz. Innerhalb der Felder bei Cabral und Neyba wird das Zuckerrohr mit Ochsenkarren zu den Verladestationen transportiert. Von hier geht es dann mit der Eisenbahn in die Zuckerfabrik nach Barahona.

Bananenblüte

Kochbananen aus dem Südwesten.

In der Dominikanischen Republik finden wir mehr als 27 Bananensorten. Die Eßbanane, so wie wir sie aus den Supermärkten in Europa kennen, aber auch die sogenannte Kochbanane. Die Kochbanane aus Barahona ist sehr beliebt. Groß und kräftig im Geschmack. Der Unterschied der Koch- zur Eßbanane, einfach gesagt, ist, dass die Kochbanane grün, also unreif, geerntet wird. Im rohen Zustand ist sie erst genießbar, wenn sie schon überreif ist. Sie wird in Scheiben und Streifen geschnitten und dann gebrachten oder frittiert und schmeckt dann fast wie eine Kartoffel. Gekocht wird aus ihr „Mangú”, ein Püree, zubereitet. Die Kochbanane ist in der Dominikanischen Republik ein Grundnahrungsmittel wie Reis und Bohnen.

BIO-Kaffee aus der Sierra de Bahoruco

Erwähnenswert ist der Anbau von Bio-Kaffee in der Sierra de Bahoruco um die kleine Gemeinde Polo. Der Bio-Kaffee wird mittlerweile weltweit exportiert.