Zigarren aus der Dominikanischen Republik

Tabak und Zigarren

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Tabakanbau im Cibao-Tal
Magzine

Aktuell steht Tabakware dominikanischer Herkunft weltweit an erster Stelle, wenn es um die Verkaufszahlen geht. Man mag hinter Kuba noch den zweiten Platz auf der Beliebtheitsskala einnehmen, beheimatet jedoch mehr Marken und hat sich beim qualitativ hochwertigen Rauchgenuss auf andere Charakteristika spezialisiert. Interessant ist im Hinblick auf die Geschichte der Zigarren aus der Dominikanische Republik, wie oft Verbindungen zum kubanischen Nachbarn auszumachen sind.

Geschichte dominikanischer Zigarren

Offiziell nimmt die Geschichte der Zigarren aus der Dominikanische Republik im Jahre 1902 ihren Anfang, als auf dem dominikanischen Teil der Karibikinsel Hispaniola die erste Manufaktur gegründet wurde. Es gibt jedoch wissenschaftliche Belege dafür, dass schon die Ureinwohner der Insel – das Volk der Tainos – etwas Ähnliches wie eine Zigarre rauchten. Unklar ist, ob sie erst nach der Entdeckung durch Kolumbus 1492 und den Kontakt mit den spanischen Kolonialherren die Tabakpflanze gezielt nutzen oder schon vorher einschlägige Kenntnisse besaßen.

Fakt ist, dass es vom 15. bis zum 20. Jahrhundert nur eine langsame Entwicklung im Tabakwarensektor zu verzeichnen gab. Selbst nach der Gründung von Zigarrenfabriken – als Tabacaleras bekannt – beschränkte sich die manuelle Herstellung von Longfillern noch auf relativ geringe Zahlen, um den Bedarf im eigenen Land zu decken. Der Grund hierfür waren u. a. politische Unruhen, die bis in die 70er-Jahre anhielten. Danach stabilisierte sich jedoch die Lage und man konnte sich die Tatsache zunutze machen, dass es Kuba durch das Handelsembargo schwer hatte, Zigarren auf den Weltmarkt zu bringen.

Tabak und Zigarren als wichtige Einnahmequelle

Ebene jene nachteilige Situation für den kubanischen Nachbarn wirkte sich positiv auf die Geschichte der Zigarren aus der Dominikanischen Republik aus. Zahlreiche Zigarrenexperten wanderten in die Dominikanische Republik aus, um dort ungestört ihr Glück zu versuchen. Zu den Pionieren, die den Anstoß für die Produktion in großer Stückzahl und für den Export gaben, gehörten u. a. Garcia und Menendez. Man erkannte das Potenzial des nördlich gelegenen Anbaugebiets Cibao-Tal und baute kubanisches Saatgut an. Es ist bis heute in der Form von Piloto Cubano und Olor in Gebrauch und wird für Einlage sowie Umblatt genutzt.

Tabakdreher in Santiago

Tabakdreher in einer Tabakmanufaktur in Santiago © DomRepWorld.com

Die ersten Exportversuche wurden mit der ehemaligen Sowjetunion und den Vereinigten Staaten gewagt, wobei Letztere noch immer Hauptabnehmer sind. Gegenwärtig gehört die dominikanische Tabakwarenindustrie zur wichtigsten Einnahmequelle und ist auch einer der größten Arbeitgeber im Land. Mit jährlich weit mehr als 200 Millionen Zigarren und mehreren Hundert Premium-Marken hat sich die „Domingo-Zigarre“ in den letzten zehn Jahren endgültig etabliert.

Text von Martin

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