Der Südwesten ist der “Wilden Westen” der Dominikanische Republik: Ursprünglich wie vor Jahrzehnten. Morgens geht die Sonne über der Karibik auf, lässt ihren Schein über das türkisfarbene Wasser und die weißen Strände und die unwegsamen und unwirklichen Gebiete fallen. Wenn die Sonne im Zyanid steht, spiegelt sich die glühende Mittagshitze in den Gesichter der Fischer und Bauern die sich in den wenigen Schatten von Kakteen und Akazien flüchten.

Hier verabschiedet sich jeden Abend die Sonne über den Bergen der Sierra de Bahoruco und hinterlässt den Südwesten in Ruhe und Frieden.

Die Ruhe in dieser Gegend hebt sich fast unwahrscheinlich von dem Rest des Landes ab. Ursprünglich und auch fortschrittlich zugleich. Auf der einen Seite ist der Südwesten die ärmste Gegend des Landes, auf der anderen die reichste überhaupt.

Reich an natürlichen Schätzen, den jungfräulichen Wäldern, seiner großen biologischen Vielfalt und seiner außergewöhnlichen Schönheit im Panorama und seiner freundlichen Menschen. Diese leben in ihrer Jahrhundert Jahre alten Monotonie, vom kargen Ertrag der Felder und dem reichen Fischbestand an den Küsten und in den vielen Lagunen. Fortschrittlich, da sie ihre Natur, die einzigartig in der Dominikanischen Republik ist, lieben und schätzen, obwohl sie noch keine Ernte aus ihrer Saat herausbekommen haben.

Der Südwesten bildet sich durch den südwestlichen Teil der karibischen Ebene, der Südseite der Cordillera Central, dem Flachland von Azua, der Sierra de Neiba, Sierra Martín García und der Sierra de Bahoruco, der Hocheben von Barahona, der Enriquillosenke und Bergtälern wie Vallejuelo, El Cercado, Hondo Valle, Los Pinos del Eden, Puerto Escondido, Polo, etc.

Es finden sich heiße und trockene Gebiete mit Kakteenwüsten, genauso wie Gebirgszüge von über 2.000 Höhenmetern mit tropischen Feuchtwäldern. Auch Traumstrände zeichnen diese einzigartige Gegend der Dominikanische Republik aus. Fünf der schönsten und vielseitigsten Nationalparks des Landes liegen in diesem Gebiet. Auch die Bevölkerung selber, typisch dominikanisch, trotz der großen Armut in diesem Gebiet, liebenswert und gastfreundlich.

Die Betrachtung des gesamten Gebietes ist unerlässlich. Alleine in dieser Gegend des Südwestens kann man Monate verbringen und das Gefühl, doch noch nicht alles gesehen zu haben, wird sich trotzdem einstellen. Der Südwesten wird von Touristen bisher kaum besucht. Es gibt immer noch recht wenige Projekte um den Tourismus zu fördern. Ein Internationaler Flughafen ist zwar mittlerweile vorhanden, aber geschlossen.  Die Hotelkapazitäten reichen bei weitem nicht aus, um die Region für den Massentourismus interessant zu machen. Der Südwesten, besser gesagt die Subregion Lago Enriquillo mit den Provinzen Baoruco (Neiba), Independencia (Jimani), Barahona und Pedernales ist die ärmste Region des Landes. Immer wieder wird dieses Gebiet bei Umfragen und in den Statistiken am unteren Ende angeführt. Ob es in Gesundheitsfragen, Ausbildung, Ernährung und Arbeitslosigkeit geht. Das trockene Klima und die Unfruchtbarkeit des Bodens lassen eine landwirtschaftliche Nutzung wie im Cibao-Tal und im Tal von San Juan nicht zu. Trotz allem zeichnet sich dieser Teil des Landes durch ein langsames aber stetiges Wachstum aus. Die Dominikanische Republik verfügt über ein ausgesprochen reichhaltiges ober- und unterirdisches Süßwassersystem. Die Experten der OEA (Organisation der amerikanischen Staaten) registrierten und katalogisierten 13 Gebiete. Fünf davon haben direkt mit dem Südwesten Verbindung. Auch befindet sich das größte unterirdische Wasserreservoir hier. Die wichtigsten Flüsse des Landes laufen in Richtung dieses Gebietes. In der Zentralkordillere entspringt der Artebonito mit einer Länge von 321 km und dem größten Ausdehnungsgebiet von 9.013 km² der Insel Hispaniola. Auch der Yaque de Sur entspringt in der Zentralkordillere und ergießt sich bei Barahona in die Karibische See.