Was soll ich bei meinem Umzug mitbringen?

Auswandern Teil 5, Dominikanische Republik

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Auswandern Dom. Rep. Artikelserie
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Zunächst denkt man immer daran, was man mitnehmen will, wie und wo man wohnen möchte und ob man ein Auto benötigt oder nicht. Vielleicht machst du dir auch schon Gedanken darüber, ob du lieber zur Miete wohnen möchtest oder dir schon zu Beginn ein eigenes Haus kaufst. Ein paar Gedanken und Anregungen findest du in den nächsten Kapiteln der Auswander-Serie.

Was du bei deinem Umzug in die Dominikanische Republik mitbringst, hängt von vielen Faktoren ab. Möchtest du ein Haus oder lieber ein Apartment mieten oder kaufen? Kennst du die Wohnungssituation im Land? Hast du bereits einen Job? Wenn ja, stellt dir vielleicht der Arbeitgeber eine möblierte Wohnung und ein Auto zur Verfügung? Hast du Steuervergünstigungen für die Einfuhr von Luxusgütern?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, dann weißt du, was du mitbringen solltest.

Die entscheidende Frage ist wohl ob du Steuervergünstigungen für die Einfuhr von Luxusgütern hast. Die meisten importierten Produkte kosten in der Dominikanischen Republik mehr als in Europa. Also, wenn du bereits über eine Wohnungseinrichtung verfügst und hier ein Apartment oder Haus einrichten möchtest, dann miete dir einen Container und bringe alles mit.

Denke auch daran, alle wichtigen Papiere persönlich mit dir zu führen, einschließlich der medizinischen Unterlagen wie Impfpass und Informationen zu speziellen Krankheitsbildern. Zum Original Reisepass solltest du gleich ein paar Kopien und Passbilder dabei haben. Auch ein Lebenslauf in Spanisch kann nicht schaden. Bei den dominikanischen Behörden werden oft die unmöglichsten Papiere verlangt. Musst du diese erst besorgen, verzögert sich zum Beispiel einfach die Freigabe deines eingetroffenen Containers im Zoll.

Wenn du aus Platz- oder Kostengründen nicht all dein Hab und Gut mitbringen kannst, dann beschränke dich auf das für dich Wichtigste, um hier deine Bedürfnisse und Lebensstil beibehalten zu können. Denke daran, dass, obwohl es ein wenig mehr kosten kann, du hier fast alles bekommst, was du brauchst.

Kücheneinrichtung

Der elektrische Strom in der Dominikanischen Republik liegt bei 110-120 Volt und unterliegt teilweise starken Schwankungen. Es gibt auch nicht 24 Stunden am Tag durchgehend Strom. In ein Eigenheim kannst du recht einfach eine Stromversorgung, ausgelegt auf 220 Volt, legen lassen. Für Änderungen der Stromversorgung in einem eigenen Apartment ist die Rücksprache mit der Hausverwaltung zu empfehlen. Am besten sollte dies vor dem Kauf der Wohnung geregelt werden.

Im allgemeinen solltest du Kücheneinrichtungen hier vor Ort anschaffen. Mietwohnungen sind oft auch schon mit Geräten wie Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank und Ofen ausgestattet. Bei der Anschaffung eines Ofens ist zu beachten, dass hier nicht auf Strom gekocht wird, sondern auf Gas. Zum einen ist der Gaspreis günstiger wie der Strompreis – und Gas gibt es auch immer.
Importierte Haushaltsgeräte haben den entscheidenden Nachteil, dass wenn sie kaputt gehen und im Ausland gekauft wurden, der lokale Händler bei einem Garantiefall nicht weiterhelfen kann

In der Dominikanischen Republik gibt es absolute Qualitätsprodukte, auch wenn es um Haushaltsgeräte geht. So findest du Öfen die mit Strom und auf Gasbetrieb funktionieren. Die renommierten und großen Hersteller haben teils eigene Geschäfte in den Großstädten oder aber die Produkte werden über Baumärkte und Supermärkte vertrieben. Auch verfügen sie über ein gutes Service-Netzwerk.

Geräte die sich lohnen mitzubringen

Die hohe Luftfeuchtigkeit hier im Land und das Wohnen in Strandnähe machen elektronischen Geräten schwer zu schaffen. Da lohnt sich eine Klimaanlage mitzubringen, da diese hier im Land sehr teuer sind. Klimaanlagen haben den Vorteil, dass du die Temperatur in Haus oder Wohnung konstant halten und so nicht nur elektronische Geräte schützen, sondern auch den schnell entstehenden Schimmel von Kleidung, Möbeln und Büchern fernhalten kannst.

Bei Klimaanlagen ist die Stromspannung zu beachten. Auch die stärkeren Klimaanlagen, die man hier kaufen kann, benötigen fast ausschließlich 220 Volt. Die kleineren Geräte, die mit 110 Volt funktionieren, bringen in großen Zimmern nicht die gewünschte Leistung und verbrauchen Unmengen an Strom. Ein Luftentfeuchter kann hilfreich sein, vor allem für Menschen mit Stirnhöhlenproblemen.
Stand- und Deckenventilatoren lassen die Luft zirkulieren und halten Mücken fern.

Überspannungsschutz, Stromwandler und eine UPS (unterbrechungsfreie Stromversorgung) schützen die elektronischen Geräte vor den plötzlichen Stromschwankungen. Diese treten in der Regel mehrmals täglich auf.

Bringe auch deinen eigenen Werkzeugkasten mit! Schraubenschlüssel und Schraubenzieher gibt es hier, aber Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen sind sehr teuer. Akku betriebene Geräte sind von Vorteil. Wenn du gerne im Garten arbeitest, dann solltest du auch diverse Gartengeräte mitbringen. Die Gärtner hier haben ihre eigenen Geräte, aber deine werden wahrscheinlich komfortabler zu bedienen sein.

Alternative Energieversorgung

Wenn du deine Zelte nicht gerade in Punta Cana oder in Las Terrenas auf der Halbinsel Samana aufschlagen wirst, dann solltest du über alternative Energiequellen nachdenken. In den genannten Regionen gibt es eine funktionierende 24-stündige Stromversorgung. Die KW-Preise sind zwar die höchsten in Lateinamerika, aber im Gegensatz zu allen anderen Regionen des Landes gibt es dafür Strom.

Viele Haushalte versorgen sich über kleine Dieselgeneratoren oder entsprechend starke Batterien mit Strom. Dieselgeneratoren haben den Nachteil, dass sie relativ laut sind. Neue Geräte sind zwar schon erheblich umweltfreundlicher und leiser, aber empfehlenswert sind die Wechselstrom-Batterien. Auch diese müssen gepflegt und gehegt werden, sind aber geräuschlos.

Dieselgeneratoren und Batterien können hier im Land gekauft werden. Mittlerweile auch kleine Solaranlagen. Diese sind noch relativ teuer, aber bei einem langfristigen Aufenthalt rechnen sich Solaranlagen schon.

In der Regel werden ein paar Lampen und wichtige elektronische Geräte, wie der Kühlschrank, PC und Fernseher an die Notstromversorgung angeschlossen. Die stromfressende Klimaanlage normalerweise nicht. So reicht oft ein kleiner Generator oder wenige Batterien aus. Natürlich solltest du zuerst herausfinden, ob die neue Wohnung bereits mit dem einen oder anderen der oben genannten Alternativen ausgestattet ist, bevor du irgendwelche Anschaffungen vornimmst.

Lebensmittel

Die modernen Supermärkte in Santo Domingo und Santiago bieten eine große Vielfalt von importierten Lebensmitteln. Von deutschen Markenprodukten bis hin zu frischen Gourmetprodukten ist vieles zu finden. Überprüfe bevor du etwas importierst, ob du diese oder ähnliche Produkte nicht hier vor Ort erwerben kannst.
So ist es in Sosúa (Nordküste), Las Terrenas (Samana) und Santo Domingo möglich, deutsche Backwaren und Fleischprodukte zu kaufen.

Fliegender Händler in Santo Domingo
Fliegender Händler in Santo Domingo © FrankMarenbach.de

Auf den Import von Getränken und Spirituosen, generell Flüssigkeiten, solltest du verzichten. Eine zerbrochene Flasche oder lose Deckel und das gesamte Gepäck könnte ruiniert werden.

Hast du keine Möglichkeit vor dem Umzug dich hier im Land umzuschauen, dann informiere dich über einen Freund oder Bekannten über die vorhandenen Lebensmittel. Dann hast du eine Vorstellung von dem was es gibt und was du unbedingt mitbringen solltest.

Medizin

Auch Medikamente sind reichlich vorhanden. In den vielen Apotheken, es gibt an jeder 5. Ecke eine, ist es möglich importierte Medizin zu kaufen. Es gibt sicherlich für ständig benötigte Medikamente lokale Ersatzprodukte. Diese sind um einiges günstiger wie die importierte Originalmedizin.

Wichtig ist, dass du vor dem Umzug mit deinem Hausarzt spricht und er dich ausführlich berät, was zu tun ist.

Wenn du Haustiere mitbringst, deck dich vorher mit allen Medikamenten, die das Tier regelmäßig benötigt, ein. So kannst du die Zeit bis zur Kontaktaufnahme mit einem lokalen Tierarzt überbrücken.

Auto

Der Einfuhrzoll auf Fahrzeuge ist richtig hoch. Es lohnt sich nur Fahrzeuge zu importieren, wenn du ein Diplomat bist, deine neue Firma die Zollgebühren bezahlt oder das Fahrzeug älter als 3 Jahre ist. Ist das Fahrzeug älter als 3 Jahre, musst du aber erst nachweisen, dass es die gesamte Zeit über in deinem Besitz war und du benötigst bereits die dominikanischen Aufenthaltspapiere.

Also, in der Regel wird das Auto hier vor Ort gekauft. Auch nicht gerade billig, aber günstiger wie der Import.
Wenn du die freie Auswahl beim Autokauf hast, dann solltest du einen SUV, also einen Jeep oder Pick-Up, einem PKW vorziehen.
Die Strassen sind nicht überall in gutem Zustand. Schlaglöcher und Unebenheiten können einem kleineren PKW schon stark zusetzen. Ein Allrad-Jeep hat einfach eine bessere Straßenlage, vor allem bei starken Regenfällen. Auch kannst du ab und an mal die interessanten, aber abgelegenen und schwer zugänglichen Gegenden des Landes besuchen. Ein weiterer Vorteil der SUV-Fahrzeuge ist der hohe Wiederverkaufswert.

Neuwagen hier im Land sind auch sehr teuer. Klar, die Autohäuser müssen auch die hohen Steuern beim Import bezahlen. Es existiert jedoch ein großer Gebrauchtwagenmarkt. Beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeuge solltest du auf jeden Fall einen Profi mitnehmen, der sich zum einen mit Fahrzeugen auskennt und zum anderen auch gut handeln kann.

Kleidung

Die Kleidung, die du mitbringen solltest, sollte leicht und locker sitzen und aus natürlichen, atmungsaktiven Stoffen sein. Allerdings solltest du auch leichte Jacken und Pullover mitbringen. In fast allen Büros und Banken laufen Klimaanlagen und in den Bergregionen der Dominikanischen Republik ist es auch ein wenig kühler.
Nach kurzer Akklimatisierung werden dir auch die Abende kühler erscheinen, obwohl die Temperaturen sich immer noch über der 20°C.-Marke befinden. Für die Wintermonate sind deshalb auch leichte Decken zu empfehlen.

Zum Ausgehen empfiehlt es sich auch elegante Kleidung mitzubringen. Vor allem in der Hauptstadt Santo Domingo geht es am Abend sehr formal zu.

Regenmäntel sind übrigens zu heiß und unbequem für das tropisches Klima. Auch Regenschirme sind bei den hiesigen, oft kräftigen Schauern, nicht immer das Wahre. In der Regenzeit ist ein großes, starkes Dach die beste Lösung um nicht nass zu werden. Und Dächer zum Unterstellen gibt es überall.

Wenn du mit Kindern in die Dominikanische Republik umziehst, dann kann es eine gute Idee sein, Kleidung, Spielzeug und Fahrräder mitzubringen. Alle qualitativ hochwertigen Kinderartikel sind hier sehr teuer.

Aber nicht vergessen: Discounter gibt es auch in der Dominikanischen Republik!

Es ist unmöglich, alle Bedürfnisse beim Umzug in ein neues Land hier aufzulisten. Nur du weißt,  was deine speziellen Bedürfnisse sind und auf was du unter keinen Umständen verzichten kannst.

Denke aber daran, dass du fast alles, was du benötigst oder möchtest, auch hier im Land kaufen oder mit einem internationalen Kurierdienst schicken lassen kannst.

 

Nächste Woche in der Artikel-Serie „Auswandern in die Dominikanische Republik“:

Du glaubst, dass es in der Dominikanische Republik heiß ist? Es ist nicht heiß! Jeder denkt, es ist heiß und beklagt, dass es heiß ist, aber das ist reine Ansichtssache.
Wie das mit dem Wetter in der Dominikanische Republik nun wirklich ist? Lese die nächste Ausgabe.

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