EINE EINMALIGE REISE DURCH DIE FLORA UND FAUNA DER DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Aus der Vogelperspektive sieht der Nationalpark Los Haitises aus wie ein großer Eierkarton: Viele kleine Inseln in der Bucht von Samaná. Dazwischen befindet sich das größte Mangrovengebiet und das größte noch unberührte Gebiet feucht-tropischen Urwalds in der Dominikanische Republik und der Karibik.

On Tour im Nationalpark Los Haitises

Auf den Spuren der Tainos und Piraten haben wir verschiedene Höhlen mit imposanten Karstbildungen, in denen zum Teil noch Felsmalereien der Indios vorhanden sind, besichtigt. Eine unberührte Natur mit über 110 Vogelarten wie Pelikanen, Prachtfregattvögeln und Truthahngeiern hat wirklich begeistert. Um 9:00 Uhr sitzen wir in einem extra für uns zwei gemieteten Schnellboot um vom Hafen in Samana die Bucht zu überqueren. Die Bucht war fast spiegelglatt und nach 30 Minuten sahen wir bereits die ersten Inseln des Nationalparks auftauchen. Reiher und Fregattvögel nisten auf den kleinen Inseln, Pelikane fischen neben uns im Wasser als wir langsam um die Vogelinseln herumfahren. Nach dem wir eine Weile diesem bunten Treiben zugesehen hatten, fuhren wir an vielen kleinen Inseln entlang der Küste. Kleine Strände und Mangrovengebiete wechseln sich ab bis wir zur Höhle von San Gabriel kommen.

Riesige Stalaktiten und Stalagmiten fallen uns als erstes auf. Auf den zweiten Blick sehen wir dann das Wurzelwerk eines Copeybaumes. Die Wurzeln sind dicker wie die Unterschenkel eine Mannes und schlängeln sich durch das komplette Höhlensystem.

Die Höhle hat mehrere Eingänge, so dass wir den einen hinein und auf der anderen wieder hinaus gehen konnten. Unser Boot lag schon bereit und brachte uns durch ein engen Mangrovenkanal zur Höhle der Linien. Hier gibt es Malereien der Tainos an den Wändern und wir erfuhren viel über diese Ureinwohner, die sich hier vor den Spaniern versteckten. Unsere Höhlenbesuche waren noch nicht abgeschlossen. Wir fuhren weiter zur Sandhöhle. Hier gibt es einen kleinen idyllischen Strand mit einem bunt bemalten Holzhaus der Nationalparkverwaltung. Vor dem Höhleneingang wacht ein in Stein gehauener Medizinmann der Taino-Indianer. Die Sand-Höhle besteht aus insgesamt fünf Höhlen und es nisten Fledermäuse und Meeresschwalben.

Foto: Dschungelwanderung Los Haitises

Los Haitises kann fast ausschließlich von der Wasserseite aus besucht werden. Zum einen besteht der Nationalpark aus kleinen Inseln in der Bucht von Samaná und zum anderen ist die Vegetation auf dem Festland so dicht, dass kaum ein Durchkommen besteht. Es gibt einen ausgewiesenen Wanderweg und zu diesem fährt uns das Boot. An einem Strand werden wir abgesetzt und staunen nicht schlecht, dass hier ein Trampelpfad ins Landesinnere beginnt.

Gut eineinhalb Stunden wandern wir durch den Dschungel. Der Pfad geht an riesigen Bäumen und Farnen mitten durch die alte tropische Vegetation. Teilweise ist diese so dicht, dass man den Himmel nicht mehr sieht. Wir hören sogar Papageien schnattern und sehen viele bunte Eidechsen.

In einer Ecolodge nehmen wir ein Mittagessen zu uns und gehen dann zu einem kleinen Hafen wo das Boot wieder auf uns wartet. Durch ein großes Mangrovengebiet fuhren wir dann wieder in die Bucht und von dort nach Samana zurück.

Ein toller und erlebnisreichen Tag mitten in unberührter Natur. Es hat sich gelohnt.

Karin und Helmut K, Deutschland