Grenzstraße Carretera International

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4. Tag

Früh um sieben Uhr klingelte der Wecker. Das Frühstück war bereits fertig, als wir um halb acht bei Rosa im Restaurant erschienen. Wir stärkten uns, verabschiedeten uns herzlich um fuhren die Berge hoch nach Restauración. Es war noch richtig frisch an diesem Morgen. Nebelbänke versperrten uns teilweise die wunderschönen Ausblicke auf die unter uns liegende Landschaften. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][td_block_ad_box spot_id=“custom_ad_1″ spot_title=“Werbung“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

In Restauración meldeten wir uns beim Militär an. Wir fuhren zwar nicht nach Haiti, aber auch für die Grenzstraße benötigten wir einen Passierschein. Dieser wird an vier Militärposten auf der Strecke kontrolliert und muss in Pedro Santana beim Verlassen der „Carretera International“ wieder abgegeben werden. Zum einen möchte das dominikanische Militär gerne wissen, ob wir auch tatsächlich wieder in die Dominikanische Republik zurück finden und zum anderen ist es zu unserer Sicherheit. Es könnte unterwegs etwas passieren und man würde nach uns suchen.

Die Formalitäten waren recht schnell erledigt. Der Militärposten gab uns den Passierschein und wünschte uns viel Glück.

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Die Carretera International ist die Grenzstraße zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti und verläuft vom Norden in den Süden. 60 Kilometer Stein- und Sandpiste erwarteten uns. Mit viel Glück würde uns auch mal ein Fahrzeug entgegen kommen. Da heute Sonntag war, sollten wir eher auf Haitianer auf dem Weg zur Kirche, als auf dominikanische Händler treffen, welche den kürzesten Weg vom Süden in den Norden des Landes wählten.

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Es kommt immer auf die Witterungsverhältnisse an. Wir sind die Carretera International schon in zwei Stunden gefahren. Damals war sie für eine Motorradrally frisch geschoben worden. Aber auch acht Stunden sind keine Seltenheit. Schlimmstenfalls muss man umkehren. Die Strecke ist einspurig. Auf der rechten Seite der Straße (von Norden aus kommend)befindet sich Haiti und auf der linken Seite die Dominikanische Republik. Die Straße geht durch kaum besiedeltes Gebiet und führt direkt an Berghängen und Abgründen entlang. Mehrmals müssen kleinere Bäche überquert werden. Durch Unwetter oder starke Regenfälle kann es von einem Moment auf den anderen zu Bergrutschen kommen und die Strecke somit unbefahrbar machen.
Eine weitere Unbekannte ist das Fahrzeug. Hält es den Anforderungen stand? Setzt man nicht irgendwo unbeabsichtigt auf und zerstört sich wichtige Teile?

Wir waren für fast alles gerüstet. Hatten uns mit genügend Wasser und Proviant eingedeckt um einen ganzen Tag in diesem Gebiet verbringen zu können.

Die ersten Kilometer sind noch asphaltiert. Wir fahren durch Pinien und Kieferwälder und es geht bergauf und bergab. Auch die Brücke über den Fluss Masacre ist gut in Schuss. Es geht eine Anhöhe hinauf um eine Linkskurve und du meinst du bist in einer anderen Welt …

Eine kleine Ansiedlung aus Holz- und Lehmhäusern stehen auf einem kahlen Hügel. Das Land dahinter genauso kahl. Wo sind die Pinien geblieben? An Grün findet man nur noch die Mangobäume, ansonsten ist trotz der frühen Stundealles kahl, trocken und staubig. Wir sind in Haiti.
Zweimal in der Woche gibt es hier einen haitianischen Markt. Die haitianischen Bauern verkaufen ihre Erzeugnisse an dominikanische Händler. Der Markt hat sich in den letzen Jahren ein wenig verändert. Auf der dominikanischen Seite der Straße gibt es mittlerweile zwei, drei gemauerte Häuser und die Haitianer haben auf ihrer Seite am Straßenrand mehre Holzbuden aufgebaut bevor man den Hügel zum eigentlichen Markt hinauf läuft.

Foto: Haitianisches Kind

Haitianisches Kind © DomRepWorld.com

 

Heute war kein Markttag, so dass wir eine leere Siedlung vorfanden. Wir fuhren weiter. Der Asphalt war verschwunden und die Sandpiste begann. Noch relativ breit und genügend Platz den haitianischen Kindern, welche die Hügel herunter gerannt kamen, rechtzeitig auszuweichen.

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Auf der ganzen Strecke leben haitianische Bauern und versuchen aus dem kahlen Boden noch Erträge zu erwirtschaften. Die Carretera International verläuft kurvenreich zwischen den Bergen hindurch. Fahrzeuge werden von oben aus den Bergen schon von weitem gesehen. Du fährst nichts ahnend um eine Kurve und stehst in einem Haufen bettelnder Kinder. Die sind lieb und auch wir verteilten Kugelschreiber und Hefte. Wir hatten auch schon Gäste dabei, welche Säckeweise Kleidung verschenken. Hilfe ist in dieser Gegend dringend nötig und wird auch gerne angenommen.

In San Juan, dem Landwirtschaftszentrum des Südwestens der Dominikanischen Republik machten wir eine Mittagspause und aßen Hamburger bei Pollo Rey.
Die Gegend um San Juan de la Maguana ist sehr schön. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau zwischen der Zentralkordillere und der Sierra de Neyba. Der Boden ist fruchtbar. Angebaut werden Reis, Tomaten, Papaya, Kochbananen, Lauch und Zwiebeln.

40 Kilometer sind es von der Stadt bis zur Karibikküste. Dort angekommen änderte sich die Vegetation wieder schlagartig. Kakteenwüsten und Zuckerrohranbau begleiteten uns dann bis nach Barahona.
Wir übernachten etwas außerhalb, in einem Hotel direkt am Meer. Im Pool erholten wir uns ein wenig von den Eindrücken und der Hitze diesen Tages. Das Hotel gehört einer Französin und dementsprechend gab es zum Abendessen typisch französische Küche, hervorragend zubereitet von einem dominikanischen Koch.

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