Das Gebiet der Sierra de Bahoruco ist für Vogelkundler, Orchideenliebhaber, Naturfreunde ein absolutes Muss – Abenteuer inklusive. Die Sierra de Bahoruco ist der äußerste östliche Teil eines Unterwassergebirges. Das Gebirge zieht sich von Nicaragua über Jamaika, wo es an die Oberfläche tritt, nach Hispaniola. In Haiti ist das Gebirge unter dem Namen Massiv La Selle bekannt und endet dann auf dominikanischer Seite in der Sierra de Bahoruco. Hier fällt die Sierra de Bahoruco dann in den Enriquillograben ab.

Die Sierra de Bahoruco nimmt den größten Teil der Barahona-Halbinsel ein. Das geschützte Gebiet des Gebirges ist 70 Kilometer lang und breitet sich von Nordwest nach Südwest aus. Der Nationalpark läuft entlang der haitianischen Grenze und befindet sich zwischen dem Nationalpark des Salzsees Lago Enriquillo und dem Nationalpark Jaragua. Die geschützte Fläche beträgt 2.400 km².

Die Sierra de Bahoruco ist ein vulkanisches Massiv. Entstanden in der Kreidezeit vor 145 bis 66 Millionen Jahren und dann mit einer Kalkschicht aus Meeresablagerungen bedeckt. Das bedeutet, dass das gesamte Gebirge einst unter dem Meer gewesen ist und von Korallen bewohnt war, die ihre Sedimente zurückgelassen haben. Dieses komplexe Gebirge ist ein Produkt aus tektonischen Störungen und aneinander reiben der karibischen und amerikanischen Platte. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass man auf 2.000 Metern noch Reste von Korallen finden kann. Es finden sich reiche Salz- und Gipsablagerungen.

Der Nationalpark ist „vollgestopft“ mit wichtigen, ökologischen Besonderheiten, die sich durch die unterschiedlichen Höhenlagen ergeben. Auf Meereshöhe in Puerto Escondido (Norden) und im Hoyo de Pelembito (Süden) findet sich Trockenwald. Je höher man kommt wird der Trockenwald von Regenwäldern, ab 2.000 Metern von Nebelwäldern, abgelöst.

Oberhalb der 2.000 Meter finden sich Pinien und Kiefern. Ab 1.800 Metern wächst die überwiegende Vegetation auf Kalkgestein. Die entstehende Symbiose fördert das Entstehen neuen Pflanzenarten. Muttererde ist sehr wenig vorhanden.

Alleine in der Sierra de Bahoruco sind 33 endemische Pflanzenarten registriert. Zusätzlich zu den anderen 61 vorkommenden Arten existieren auf Hispaniola 94 endemische Pflanzenarten.

Im sogenannten Übergangswald, der zwischen Laub und Pinienwald entstanden ist, wächst z. Bsp. die Copiosa de Sabina (Juniperus glacilior), eine endemische Art der Wacholder.

Sierra de Bahoruco
Foto Reiseführer Südwesten © Frank Marenbach

Die höchste Erhebung mit 2.367 Meter ist der Berg Loma del Toro nahe der haitianischen Grenze bei Aguacate. In dieser Umgebung finden sich 32 Orchideenarten. Das sind mehr als die Hälfte aller Orchideenarten und entspricht 10% aller endemischen Pflanzenarten auf der Insel. Auch die Fauna ist bemerkenswert. Es existieren viele Reptilienarten, meist Eidechsen und Schlangen. Auch Amphibien und Säugetiere sind anzutreffen. Sechs Fledermausarten sind registriert. 49 Vogelarten leben in der Sierra de Bahoruco. 19 Arten sind endemisch, zwei weitere Arten sind Zugvögel und 28 Arten sind heimisch. Darunter die Krähe (Corvus leucognaphalus), Zorzal de La Selle (Turdis swalesi), der Chirri de Bahoruco (Calyptophilus dominicensi) und der Pico cruzado (Loxis leucoptera).

Eines der interessantesten Gebietes des Nationalparks ist das Hoyo de Pelembito. In diesem Gebiet existiert u.a. noch ein primären Trockenwald und einige Grotten mit Steinzeichnungen der Tainos. Interessant ist auch die sogenannte „Carretera Aceitillar“ welche auf 32 km vom Cabo Rojo in die Berge führt und dabei einen tollen Einblick in die unterschiedlichen Ökosysteme gewährt.

Anreise Mögichkeiten:

  1. Anreise über Pedernales und dann bis zum Hoyo de Pelembito, Tagestour
  2. Anreise über Cabral und Duverge bis Puerto Escondido. Von Puerto Escondido können Wanderungen in den Nationalpark unternommen werden.
  3. Fahrt von Puerto Escondido über El Aguacate nach Pedernales. 60 Kilometer, 6 bis 8 Stunden Fahrt. Achtung: Allrad-Jeep, begleitender Guide, funktionierendes Handy, ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen. Die einsame Strecke an der Grenze entlang ist recht abenteuerlich.

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„Der Südwesten“, Reiseführer Dominikanische Republik

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