Unter primitivsten Bedingungen graben sich die Männer wie Maulwürfe bis zu 300 Meter tief in den Berg hinein. Die Stollen haben einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern und gehen im Zickzack in den Berg hinein: Zunächst ebenerdig, dann geht es zwanzig, dreißig Meter senkrecht in die Tiefe und von dort aus waagerecht bis zu 200 Meter in den Berg hinein. Von diesen Hauptstollen zweigen dann weitere Nebenstollen senkrecht und waagerecht ab.

Über einen breiten Schlauch wird die Luftzufuhr in den Stollen geregelt. Flackernde Glühbirnen tauchen die Stollen in ein gespenstiges Licht. Einer der Arbeiter schlägt mit Hammer und Meißel Felsbrocken aus der Wand und schaufelt diese in die bereitstehenden Eimer. Weitere Arbeiter bringen diesen weiter bis zur nächsten Schachtbiegung bis der Eimer am Hauptstollen angelangt ist. Von hier aus wird er mit einer Seilwinde an die Oberfläche gezogen. Sobald eine Schubkarre gefüllt ist, werden die Gesteinsbrocken von Jugendlichen zerkleinert und nach Adern des blauen Larimars durchsucht. Durch seine himmelblaue Farbe bietet sich der Larimar zur Verarbeitung von wunderschönen Schmuckstücken an. Verwechslungen und auch Fälschungen sind aufgrund seiner Zeichnung kaum möglich.

Der Larimar ist mehr als einfach nur ein hellblauer, türkisfarbener Stein, aus dem toller Schmuck hergestellt wird. Er ist Kulturgut in der Dominikanischen Republik. Ein Schatz, der weltweit nur ein einziges Mal zu finden ist.

Die wunderbare Geschichte des Larimars beginnt 1916 als Fischer am Strand von Bahoruco zum ersten Mal auf den blauschimmernden Stein aufmerksam wurden. Kleine blaue Steine, von den Wellen angespült…

Hintergrund und Geschichte

Viele kleine Gebirgsbäche spülten den Larimar in den Fluss Bahoruco der direkt in die Karibik mündet. Wellen spülten ihn dann wieder an den Strand, wo die Taino-Indiander den Larimar anscheinend schon entdeckt hatten. Einen ersten Nachweis über das Vorhandensein des Larimars gab es jedoch erst am 22. November 1916, als Pater Miguel Domingo Fuertes Loren aus der Pfarrei in Barahona den Erzbischof Nouel in Santo Domingo über das Vorhandensein des „blauen Steines” an den Stränden von Bahoruco informierte. Auch war der Fundort in den Bergen bereits bekannt, der Larimar wurde jedoch nicht abgebaut. Im Jahre 1974 fanden der dominikanische Fischer Miguel Méndez und der Amerikaner Norman Rilling, welcher sich mit den Friedenskorps in Barahona aufhielt, im Fluss Bahoruco den blauen Stein. Sie folgten dem Flusslauf und den Wildbächen, solange, bis sie größere Mengen an den Berghängen fanden. Miguel gab dem Stein den Namen Larimar, abgeleitet vom Namen seiner Tochter Larissa „Lari” und dem ersten Fundort dem Meer „mar”, da der Stein die gleiche türkis blaue Farbe aufweist wie die Wasserfarbe der Karibik.

Arbeiter in der Larimar Mine

Weltweit ist der türkisfarbene Halbedelstein einzigartig und wird auf rund 1.000 Höhenmetern nur in der Sierra de Bahoruco in der Dominikanische Republik abgebaut. Die Sierra de Bahoruco besteht unter anderem aus Vulkangestein. In Blöcken finden sich immer wieder hohe Konzentrationen des blauen Minerals. Die meisten Blöcke befinden sich heute noch an der Stelle, wo sie vor Jahrmillionen entstanden sind: im Inneren des Berges. Andere sind durch Oberflächenerosion gewandert. So ist es möglich den Larimar am Flussufer des Rio Bahoruco zu finden. Auch nahm der Fluss den Stein bis in die Karibik. 1975 wurde mit dem Abbau des Larimars in den Bergen begonnen. In Händlerkreisen wurde der Larimar unter dem Namen Travelina bekannt. Als die New Age Szene den Stein für sich entdeckte, erhielt er die weit rühmlicher Bezeichnung „Atlantisstein“ ein Name, der für wachsende Popularität gesorgt hat. Der Larimar begeisterte die Juweliere. Der Pektolith mit der Härte 6 ist gut zu bearbeiten und leuchtet in verschiedenen Blau- und Türkistönen. Der Larimar besteht aus Wasser und Luft. Das Wasser beschreibt die Emotionen des Herzens und die Luft die Sensationen des Geistes. In perfekter Harmonie der Gedanken und Gefühle schafft es der Larimar eine Verbindung zwischen Beidem herzustellen. Die Ruhe wird ausgedrückt durch die blaue Farbe. Der Larimar soll an die Willensfreiheit und die geistige Herkunft der Menschen erinnern. Leidet man unter Fernweh, Heimatlosigkeit und Entwurzelung hilft der Larimar um Frieden zu finden. Negative Gedanken produzieren aufwühlende Gefühle. Genauso bringen negative Gedanken die Wahrnehmung durcheinander. Der Larimar ist wie ein Bindeglied. Er neutralisiert negative Gedanken und bringt die Wahrnehmung wieder auf Vordermann. Der ursprüngliche Stein wird zunächst auf seine Tauglichkeit geprüft und dann nass, entlang der Bruchstellen zu unterschiedlich großen Teilen geschliffen. Für die Schmuckherstellung wird nun eine Vorauswahl getroffen. Kriterien sind Größe, Farbe und Form. Nun wird der Larimar zu seiner endgültigen Form geschliffen, poliert und in Gold oder Silber eingefasst. 1988 gab es Streitereien um die Rechte des Abbaus. Das bereits 1984 gegründete Konsortium der Minenarbeiter und Händler unterschrieb einen für 20 Jahre gültigen Nutzungsvertrag der Minen mit dem privaten Bergbauunternehmen „Consorcio Larimar S.A.”. Viele Arbeiter, Schleifer und Händler stimmten diesem Vertrag jedoch nicht zu, da sie dem Consorcio Larimar eine Ausnutzung der nun erlangten Monopolstellung vorwarfen. Sie fürchteten um ihre Existenzen. Die Minengesellschaft ignorierte die Einwände. Es kam zum Streik und erbitterten Widerstand. Der Erzbischof von Santo Domingo und die Regierung unter Präsident Balaguer wurde eingeschaltet. Der Vertrag wurde für nichtig erklärt. Heute läuft der Verkauf des Larimars über die Abbau-Genossenschaft und der Gewerkschaft der Minenarbeiter. Das Rohmaterial durchläuft jetzt die Kanäle einer freien Vermarktung. Direkt in den Minen kann der Larimar ungeschliffen gekauft werden. Derzeit kostet ein Kilogramm von reiner Qualität ungefähr 40 Euro. Mindere Qualität, also nicht rein blau und bricht leichter, kostet die Hälfte. Im Ort Bahoruco finden sich einige Schleifer. Diese fertigen aus dem ungeschliffenen Steinen traumhafte Schmückstücke, auf Wunsch innerhalb weniger Stunden. Der Larimar darf ungeschliffen jedoch nicht ausgeführt werden. Larimar Schmuck bekommst Du in der Dominikanische Republik in jedem Souvenirladen und auch in den Hotels und Juweliergeschäften. In Deutschland und Österreich findest du eine große Auswahl an tollem Larimar Schmuck bei Amazon*.

Der Larimar ist ein Stein der die Phantasie beflügelt.

Impressionen

Fotos zur Larimar Mine findest Du hier:

Filme und Videos

Videos zur Larimar Mine findest Du hier:

Individuelle Anreise zur Larimar Mine

Von El Arroyo (Carretera 44) zwischen Barahona und Bahoruco bei Kilometer 10 geht es 13 km in die Berge hinauf. Die Anfahrt zur Mine ist nur mit Motorrädern, geländegängigen Jeeps oder Bikes möglich. Der Höhenunterschied beträgt 1.000 Meter. Mehrere Steigungen und die steinige, teils sandige Lehmpiste machen schon einen Besuch bei sonnigem Wetter zu einem Abenteuer. Bei Regen ist die Strecke nur für Menschen mit guten Nerven zu empfehlen.

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