Jimaní ist Grenzstadt zum Nachbarn Haiti und Hauptstadt der Provinz Independencia, einer der ärmsten Regionen des Landes. In der Stadt leben 10.034 Menschen (Volkszählung 2010). Der Name “Xjimani” kommt aus der Taino-Sprache und ist der Name eines Taino-Häuptlings, der dieses Gebiet regierte. Die Koordinaten sind: 18° 29’ 24” N, 71° 51’ 00” W.

Zwar gibt es eine andere Version in Bezug auf den Namen der Stadt, die besagt, dass zur Zeit der französischen Besetzung der Insel der Graf von Jimaní hier lebte und der Name von diesem abstamme. Was jedoch dagegen spricht ist, dass 1536 auf der Ziegeninsel im Salzsee (Isla Cabritos im Lago Enriquillo) ein Friedensvertrag zwischen den Tainos und den Spaniern geschlossen wurde. Damals schon existierte die Siedlung Jimaní. Die Menschen der Grenzstadt sind ein buntes Gemisch aus Dominikanern und Haitianern. Die beiden sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen leben recht friedlich miteinander. In dieser ärmsten Region des Landes ist ein jeder auf den anderen angewiesen. Neben fehlenden Einkünften kommt hinzu, dass die Region einer der heißesten und trockensten der Dominikanischen Republik ist. Man lebt hier vom Handel mit dem Nachbarn und der wenig ertragreichen Landwirtschaft. Fehlende Infrastruktur und die mangelnde Unterstützung durch die Regierung versuchen mehrere internationale Hilfsorganisationen durch Hilfsprojekte aufzufangen.

Markt in Jimani
Foto © Frank Marenbach

Die Tragödie von Jimaní

Am 24. Mai 2004 traten die Flüße Solié und Blanco mit einer solchen Wucht über die Ufer, dass es Tausenden Menschen das Leben kostete. Es geschah in der Nacht um 2 Uhr 15 als die Flutwelle ohne Vorwarnung die Stadt Jimaní erreichte und die Bevölkerung im Schlaf überraschte. Viele Mütter mussten mit Entsetzen miterleben, wie die starken Strömungen ihre Kinder aus den Armen riss. In Jimaní starben mehr als 400 und in Haiti über 2.000 Menschen.

Starke tropische Regenfälle, abgeholzte Wälder und Bodenerosion waren die Auslöser dieser Katastrophe. In Jimaní wurden tausende von Wohnhäusern zerstört und überflutet, fast die gesamte Stadt stand unter Wasser, viele Stadtviertel wurden unter einer Schlammlawine begraben.

„Der Südwesten“, Reiseführer Dominikanische Republik

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