Gestern wurde ich als Spanier geboren, dann, am Nachmittag, war ich Franzose, in der Nacht drauf – Äthiopier; heute nun soll ich Engländer sein. Wirklich, ich weiß nicht, was aus mir werden soll!
(Juan Vasquéz, Anfang 19.Jahrh.)

Die persönliche und nationale Identitätsfindung hat ihren Ursprung in der Geschichte. Der Unterschied zu anderen Ländern der Dritten Welt ist, dass die Spanier im karibischen Raum fast alle Ureinwohner und ihre Kultur ausrotteten und die Insel rein auf ihre Bedürfnisse hin neu organisierten. Aus Afrika eingeschleppten Sklaven ähnlich wie Tainos.

Die heutigen Antillen sind ein Beispiel an kulturellen Verzweigungen welche eine gemeinsame geschichtliche Entwicklung besitzen, die ein kulturelles Mosaik aus dem Erbe der Ureinwohner, Afrikaner und Europäern sind und dann eine lokale Identität bilden. Es ist eine Region mit unterschiedlichen Sprachen, unterschiedlicher Dichte der Bevölkerung und Kontraste in den sozialen und politischen Konditionen.

Auch die vielen Farbschattierungen und das Haar spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft: Je heller die Haut um so mehr Beachtung und Anerkennung besitzt man. Die Männer schneiden sich die Haare ganz kurz und die Frauen laufen mit riesen Lockenwicklern durch die Gegend und ziehen sich das Kraushaar heraus. Die Europäerinnen gehen zum Friseur um sich Locken hinein drehen zu lassen. Hier ist es genau umgekehrt.

Die dominikanische Kultur hat ohne Zweifel den größten Einfluss durch die Spanier erhalten. Sprache, offizielle Religion, politische Institutionen, Legislative, Traditionen und Bewertungskonzepte sind zum größten Teil Erbe der spanischen Konquista.

Aber seit den ersten Kontakten der Tainos mit den Europäern begann der Prozess der Mischung der unterschiedlichen Rassen und Kulturen, somit auch Einfluss auf die Kultur des Landes nahm. Das Kanu, die Hängematte, die Lambimuschel als Musikinstrument, la castería (Trenzado), die Produktion des Cassabe-Brotes und ein Teil der dominikanischen Küche (Yuca, Batata, Mais, Erdnuß, Ananas, Bohnen, etc) sind Erbe der Ureinwohner der Tainos.

Auch die Sprache beinhaltet, obwohl spanisch, viele Worte der Ureinwohner. Auch der melodische Ausdruck der Sprache mit der Wortwahl der Tainos ist schon von verschiedenen spanischen Chronisten beschrieben worden. Darüber hinaus ist der spanische Einfluss angereichert worden durch die von diesen aus Afrika mitgebrachten Sklaven.

Dominikanische Bäuerin auf einem Esel
Foto: Dominikanerin in San Juan de la Maguana © Sonja

 

Bereits 1503 lebten Sklaven auf der Insel Hispaniola. Im selben Jahr informierte Nicolás de Ovando über die „schlechten Gewohnheiten“ der Schwarzen, welche von den Nationalen aufgenommen werden könnten. Die ersten kamen direkt aus Spanien, waren Latinos, geboren und christianisiert in Spanien. Aber als immer mehr Arbeiter gebraucht wurden, holten die Spanier direkt aus Afrika die Sklaven (Negros bozales).

In den Anfängen des 18. Jahrhunderts kamen von der französischen Seite der Insel Sklaven in den spanischen Teil, geflüchtet von den wilden Franzosen. In erster Linie waren das Sklaven der ersten Generation, welche direkt von Afrika nach Saint-Domingue gebracht wurden. Diese Gruppen vereinten sich in Gebieten oder Stadtteilen wie San Lazaro de los Minas, ein Stadtteil von Santo Domingo auf der anderen Seite des Ozama Flusses, dass bis heute seinen alten Charakter bewahrt hat.

Von den Sklaven, welche am Ende des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts von den Kleinen Antillen hergebracht wurden, ist das Erbe der Cocolos erhalten geblieben. 1824 wurden durch den Präsidenten Boyer alte Sklaven aus dem Süden der Vereinigten Staaten annektiert, welche zusammen mit den Haitianern sich auf der Halbinsel Samaná ansiedelten. Auch diese haben teilweise ihre eigene Kultur erhalten können.

Bis zum heutigen Tag emigrieren Haitianer in die Dominikanische Republik, vor allem um als billige Arbeitskräfte eingesetzt zu werden. Einfluss auf die Kultur durch die Haitianer hat der Tanz Gaga. Afrikanischer Herkunft sind auch verschiedene „Institutionen“ wie der Convites und Son. Von den drei prinzipiellen kulturellen Elementen der Tainos, Afrikaner und Spaniern und den kleineren wie den Arabern, Asiaten und Juden, hat sich seit dem 17. Jahrhundert eine eigene kreolische Kultur oder dominikanische Kultur entwickelt, welche anfängt sich von den Ursprungsländern zu unterscheiden.

Die dominikanische Kultur, gesamt gesehen, kann man in die karibische einfügen, aber etwas tiefer gehend, gibt es nur kleine Samen der kubanischen und puertorikanischen und vielleicht in noch kleiner Menge der haitianischen Elemente.

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