Willy Höhle

Gegenüber der Sandhöhle befindet sich die Höhle von Willy. Sie erhielt ihren Namen durch ihren Bewohner Willy Simmons, welcher über mehrere Jahrzehnte in ihr lebte.

Die Willy Höhle im Nationalpark Los Haitises befindet sich in einer kleiner Felseninsel. Ihr Eingang ist weithin sichtbar. Es gibt einen zweiten Eingang ca. 20 Meter über dem unteren, welcher aber komplett von der Vegetation verdeckt wird. Am Eingang und in der Nähe desselben befinden sich 39 Malereien aus der Zeit der Tainos.

Mehr als 70 Jahre wurde diese Höhle von Willy Simmons bewohnt. Niemand kann genau sagen wann und woher er eigentlich kam. Vermutlich kam er aus dem englischsprachigen Teil der Kleinen Antillen. Ein “Cocolo”, was auf seinen Namen und Akzent schließen lassen. Er lebte von einem kleinen Conuco, einigen Kokospalmen, welche er auch an den Stränden pflanzte und die heute noch vorhanden sind. Ansonsten jagte er Wildschweine und fischte.

In diesem einsamen Gebiet von Los Haitises fand er das, was er zum täglichen Leben benötigte. Er verkaufte und tauschte in Sabana de la Mar Tiere und Meeresfrüchte für Dinge, die er täglich brauchte. Auch hielt er im Inneren der Höhle Tiere, welche ihm frisches Fleisch und Milch gaben.

Eines schönen Morgens bemerkte Willy Ingenieure die Vermessungen vornahmen. Eine Eisenbahnlinie sollte gebaut werden. Willy verfolgte die Arbeiten und erlebte wie mit einer kleinen Lokomotive Bananen an die Bucht von Samaná transportiert wurden. Es gab ein wenig Rummel in seiner Einsamkeit.

Mit einem der letzten Ingenieure Don Clemente Monagorra freundete Willy sich an. Dieser setzte sich in Sabana de la Mar zur Ruhe und lebte von den Einnahmen seines Supermarktes. Es wird erzählt, dass Don Clemente so stark war, dass er zwei kämpfende Ochsen zwischen den Hörnern trennen konnte.



Der folgende Ingenieur war Enrique Mejia, welcher eine Tochter Namens Iris hatte, die Kusine von Monagorra. Willy, 80 Jahre alt, verliebte sich unsterblich in das 15 jährige Mädchen. Er heiratete sie, und nahm sie mit in seine Höhle. Sie gebar ihm einen Sohn und zwei Töchter.

In den 50er Jahren zog die Familie von der Willy-Höhle im Nationalpark Los Haitises in die Stadt Samaná. 1970 verstarb Willy mit ungefähr 114 Jahren.
Beim Betreten der Höhle wird sein Geist wieder lebendig.

GPS: 19°, 04’, 87 N. / 69°, 27’, 95 W.