Tropischer Feuchtwald

In den Senkgebietes des Karsts – in den Tälern und Schluchten und zwischen den Hügeln – entwickelt sich der tropische Feuchtwald von Los Haitises.

Der Jahrmillionen alte Prozeß der Karstbildung hat in den Senken eine gute Humusschicht gebildet. Diese “Terra Rosa”, in Verbindung mit dem tropischen Klima, begünstigt die Existenz einer üppigen, beständigen Vegetation. Durch die eigentümliche Topographie, d.h. die Nähe zum Meer und die Lage in geringer Meereshöhe ist Los Haitises eine einzigartige Sehenswürdigkeit in der Karibik.

Die Charakteristik des tropischen Feuchtwaldes von Los Haitises ist ein Mosaik, welches sich aus einer Vielfalt von Baumkulturen zusammensetzt.

Darunter eine große Anzahl endemischer Kulturen. 92 der auf der Insel Hispaniola vorkommenden Pflanzenarten sind endemisch. 18 Arten davon nur in Los Haitises.

Ohne Zweifel hebt sich der Feuchtwald erheblich von den anderen Ökosystemen im Nationalpark ab. Das Relief mit seiner relativ geringen Ausdehnung, die Nähe der Hügel und die Höhe und Dichte der Bäume bewirken eine sehr unterschiedliche Einstrahlung des Sonnenlichts in den Vegetationsschichten.

Am Boden lassen sich nur selten Werte über 2% messen. In den höheren Schichten finden wir an den Bäumen Blätter mit einem geringeren Umfang. Sie orientieren sich eher schief in Richtung der Sonneneinstrahlung. In den tieferen Lagen des Waldes entwickeln die Bäume und Pflanzen eher Blätter mit größeren Ausmaßen, um somit die fehlende Sonneneinstrahlung durch eine größere Auffangfläche aufzufangen. Bei manchen Baumarten wurde eine Deformierung des Blattwerks beider aufgezählter Formen festgestellt.

Die Produktivität des Feuchtwaldes ist bisher schlecht interpretiert worden. Doch die allgemeine Fruchtbarkeit welche sich auf dem Boden entwickelt ist wertvoller, als man sich vorstellt. Auf der einen Seite der hohe Zersetzungsgrad – durch Einwirkung der Mikroorganismen – des organischen Materials. Auf der anderen Seite die Pilzbildung durch die Synthese mit den absolvierten Haaren der Wurzeln der Pflanzen.

Es hat sich gezeigt, dass ein Zusammenwirken aller Ernährer des Feuchtwaldes sehr wichtig ist. Es bildet sich eine hervorragende feuchte Luft- und Biomasse.

Dieses erklärt dann auch warum auf diesen scheinbar fruchtbaren Böden, bei einem Verschwinden der Vegetation, die Produktivität des Bodens sehr schnell sinkt oder teilweise ganz verschwindet.

Eine andere Charakteristik im Feuchtwald ist das Vorhandensein der “Adventivbäume”. Diese bilden röhrenförmige Wurzeln um somit das Volumen der gefilterten Bio-Luftmasse zu erhöhen. Auch kann eine größere Anzahl von Nährstoffen zu den Blättern transportiert werden, wo die Fotosynthese ausgeführt wird. Hauptsächlich nach Bränden und der Ausrottung der Originalvegetation durch die Kultivierung des Bodens.

Baum Los Haitises

Der Feuchtwald im Nationalpark Los Haitises bildete sich überwiegend durch 20 Meter und höhere Bäume. Die am häufigsten anzutreffenden Baumarten sind: Kapokbaum, Weissgummibaum, Westindische Zeder und Bisamholz.

Auf der unteren Schicht wuchert ein Schatten-Gehölzwald, welcher sich aus Gräsern, Sträuchern und Farnen zusammensetzt. Unter anderem: Guave, Wilder Kaffee, Palmfarn und Baumfarn.



Im Inneren des Waldes wuchert eine große Anzahl von Epiphyten aus der Familie der Bromelien und Orchideen, Farnen und Kakteen. Auch, obwohl mit wenigen Arten vorkommend, finden sich Kletterpflanzen und Lianen: Juckbohne, Bejuco blanco, Bejuco de indio.

Ein unterschiedliches Ecosystem bildet die Vegetation, welche auf den Hügeln im Inneren wächst. Die Zusammensetzung dieser unterscheidet sich nicht allzu sehr von der wuchernden Vegetation auf den Inseln der Steinküste.
Der Untergrund in diesen Gebieten ist felsig und arm an organischen Boden, oder wenig ausgebildet.

Durch die höhere Lage ist die Vegetation den Winden und der Sonne mehr ausgesetzt. Trotz dessen findet sich eine sehr üppige Vegetation, welche durch die hohe Niederschlagsmenge hervorgerufen wird.

Die Vegetation in den Tälern hat am meisten unter dem Eingriff der menschlichen Hände gelitten. Der mineralhaltige Boden ist für eine landwirtschaftliche Nutzung sehr geeignet. Vor allem Kleinbauern rodeten immer mehr Gebiete am Rande und im Nationalpark, wodurch die Vegetation in den Randgebieten des Parks schlichtweg eliminiert wurde.

Über die Vegetation vor der Zerstörung des Primärwaldes ist wenig bekannt. Im Prinzip setzt sich die Primärvegetation im Nationalpark Los Haitises aus niederen Pflanzen, wie Farnen, zusammen. Diese typischen Eindringlinge kamen hauptsächlich nach Bränden und der Ausrottung der Originalvegetation durch die Kultivierung des Bodens.

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