Los Haitises

Die Bucht von Samaná liegt strategisch günstig und wurde von den Spaniern bis zum 18. Jahrhundert als einer der Routen gewählt, um Gold und Silber von Kolumbien nach Europa zu bringen. Beladen mit unermeßlichen Reichtum suchten sie Schutz vor Piraten und Stürmen. Die Guadeloupe (1724), C.Tolosa (1724) und die Scipion (1782) kamen nie zu Hause an, ihre Reste liegen heute noch auf dem Meeresgrund. Auch gibt es eine ganze Menge an Legenden über englische und holländischer Piraten.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts mangelt es der Halbinsel Samaná und der gleichnamigen Bucht an Beständigkeit. Erst als der spanische König Karl III. im Jahre 1756 die Städte Sabana de la Mar und Santa Barbara de Samaná gründen ließ, kehrte ein wenig Ruhe um diesen Teil des Landes ein. Ansiedeln ließ er Einwanderer von den Kanaren, um zu verhindern, dass die hervorragenden Ankerplätze der Bucht und die Bodenschätze der Halbinsel durch irgendeine ausländische Macht in Beschlag genommen werden könnten. Frankreich und England liebäugelten schon mit diesem Gebiet.

Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Halbinsel Samaná für 99 Jahre an einen amerikanischen Konzern verpachtet. Die Dominikanische Republik kam damals unter der Regierung Baez in den Genuß günstiger Kredite. Nach dem Sturz von Baez im Jahre 1874 wurde der Pachtvertrag durch die neue Regierung für nichtig erklärt.

Ende letzten Jahrhunderts wurde durch eine Investition europäischer Gesellschaften eine enorme Dynamisierung in dem Gebiet der Halbinsel Samaná spürbar. Die Bananengesellschaft des Cano Hondo exportierte ihre Produktion über die Bahia de San Lorenzo, wo heute noch die Reste der Hafenanlagen und Gleise zu sehen sind.

1886 wurde auf der Ostseite der Bucht der Ort Sánchez gegründet. Endstation einer Eisenbahnstrecke, welche aus dem Landesinneren hierher gebaut wurde. Nach einem langsamen, aber stetigem Rückgang der Exportaktivitäten dieser Unternehmen, wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beide Eisenbahnlinien eingestellt. Der Niedergang der Ortschaften Sabana de la Mar und Sánchez war somit vorprogrammiert.

Die Karstplattform von Los Haitises wurde trotz der hohen industriellen Aktivitäten nicht in irgendeiner Form geschädigt und verblieb in ihrem Originalzustand. Dies ergab eine erste Untersuchung durch den Staat in den Jahren 1919 und 1921, als eine topographische Karte in Auftrag gegeben wurde.

Die zweite offizielle Studie, über die es Aufzeichnungen gibt, wurde 1942 mit der Erstellung einer planimetrischen Karte des Landes realisiert. In dieser Studie wird das Gebiet von Los Haitises noch als rießiges unberührtes und unzugängliches Bergland dargestellt. Bis in die 60er Jahre behielt sich Los Haitises diesen unberührten Charakter.

Gelegentlich nutzte die Landbevölkerung das Gebiet zum Jagen, Fischen und Sammeln von Bienenhonig.