Die Legende der Ciguapas

In der Höhle der Linen im Nationalpark Los Haitises steht eine Tafel, auf der die Legende der Ciguapa in Kurzform erzählt wird.

Es wird die Geschichte erzählt, dass der Cacique Caonabo nach seinem Triumph in La Navidad eine weitere Schlacht gegen die Spanier um Christoph Kolumbus vorbereitete.

Während der Schlacht beschloss Caonabo aber, mit Kolumbus in Verhandlungen zu treten. Der spanische Kapitän Alonso de Ojeda verriet jedoch den Aufenthaltsort von Caonabo und er wurde in der Höhle La Linia gefangen genommen und nach Spanien geschickt, um ihm dort den Prozeß zu machen. Jedoch zerstörte ein Hurrikan das Schiff auf dem Weg nach Spanien.

Auf der anderen Seite erzählt eine Legende, dass Caonabo, der der Ehemann von Anacaona, die Häuptling vom Cazikenreich Jaragua war, eine Liebschaft mit Onaney, der Prinzessin von Samaná hatte. Onaney war keine Taino, sondern Abstammung der Kariben, die sich bereits vor Ankunft der Tainos auf Samaná festgesetzt hatten.

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La Ciguapa Höhle der Linien in Los Haitises

Die Tafel in der Höhle der Linen im Nationalpark Los Haitises, auf der die Legende der Ciguapa in Kurzform erzählt wird.

Onaney, als Beschützerin allen Lebens bekannt, hatte Caonabo zu einem Friedensgespräch mit den Spaniern bewegt und war nach dessen Festnahme vor Kummer und Schuld so überwältigt, dass sie sich, geschützt von ihrem Gefolge, in die Höhle La Linea zurückzog. Aus Angst, dass sie verfolgt werden könnten, nahmen sie nichts mit. Auch waren sie nackt, um sich ihrer Umgebung anzupassen. Sie gingen vorwärts, aber die Füße waren nach hinten gedreht, um ihre Spuren zu verwischen.

Das Letztere führte zu dem berühmten Mhytos der »Ciguapas«, der legendären Wesen und Beschützer der dominikanischen Wälder.

“La Ciguapa” ist diese nackte, weibliche Wilde, welche durch die Wälder wandelt. Ihr Füße sind nach hinter gewachsen und sie existiert! Durch die hohe Anzahl von Zeugen steht es außer Zweifel, nur ihre Herkunft und ihr Aussehen wird immer unterschiedlich beschrieben. Manche glauben, dass als die Europäer ankamen, die Jungfrauen der Indios – jung und hübsch – nackt durch die Gegend liefen, als wäre es die natürlichste Sache der Welt. Für diejenigen die diesen Anblick nicht gewöhnt waren, musste es wie eine Überdosis Sinnlichkeit wirken.

Dies produzierte eine Unordnung und eine dermaßen große Überbevölkerung, dass einige der weisen Clanführer in der Zentralkordillere auf den Gedanken kamen anzuordnen, dass die Jungfrauen niemals mit den Rücken zu einem Ausländer stehen dürften.

Andere glauben, dass die Ciguapa ein Produkt eines kurzsichtigen Blickes eines Bären oder Faultieres ist, welches auf der Insel Hispaniola bereits ausgestorben ist, aber wie man weiß am Ende der Tatzen lange Krallen hatte, welche nach hinten heraus wuchsen.

Die Ciguapa ist ein schüchternes und passives Wesen, aber sehr kurios. Ihr gefallen die Gruppen, die durch die Wälder wandern und sie regt sich nur auf, wenn jemand ihren Wäldern Schaden zufügt.

Auch wird gesagt, dass sie eine bläuliche Hautfarbe hat und sehr klein ist. Nicht mehr als 1,20 m groß soll sie sein. Andere sagen, sie ist dreckig und verwildert, mit einem Haar welches noch nie geschnitten oder gekämmt wurde. Ihre Schönheit wird als Tanz einer mythischen Sirene beschrieben, welches die anders geschlechtlichen Wanderer anzieht. Eine Waffe die es ihr ermöglicht, ihre Feinde anzulocken und nach dem sie sie verführt, für immer verschwinden zu lassen.

So möchten wir alle Wanderer und Besucher der dominikanischen Wälder warnen, nicht den Wald zu verschmutzen oder zu zerstören. Sollte ein Stück Dreck heruntergefallen sein und einfach liegen gelassen werden und daraufhin euch die Ciguapa begegnen, habt keine Angst oder Zweifel, umarmt den nächsten Baum und haltet euch gut fest, macht die Augen zu und schreit nach Hilfe …

Quellennachweise


 

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