Wildromantisch zeigt sich Barahona und der Südwesten der Dominikanische Republik Besuchern: Vorgelagerte Inseln, zerklüftete Küste, romantische Buchten, wildes unzugängliche Gebirge, strategisch gute Lage – Versteck und Treffpunkt für Rebellen, Freiheitskämpfer, Piraten, Schmuggler und Abenteurer.

Vor der Entdeckung der Insel duch Kolumbus gehörte die Halbinsel Bahoruco zum Kazikenreich Jaragua und dem Häuptling Bohechio. Dieser regierte sein Reich von Port-au-Prince, der heutigen Hauptstadt Haitis. Sein Kazikenreich war das am weitesten entwickelte, vor allen in Bezug auf die Techniken um Landwirtschaft zu betreiben. 27 Jahre nach der Ankunft von Kolumbus begann 1519 die Rebellion der Tainos gegen die Spanier. Unter Führung des jungen Taino-Häuptlings Enriquillo, welcher die Ungerechtigkeiten der Spanier gegenüber seinen Landsleuten nicht länger ertragen und auf friedliche Weise nicht überzeugen konnte, folgten 14 Jahre Krieg, in dem es den Spaniern nie gelang Enriquillo und sein Heer niederzuzwingen. Im Jahre 1533 wurde der erste Friedensvertrag zwischen Spanien und Amerika geschlossen, der die Tributpflicht aufhob und jedem Taino ein Stück Land zusprach. Enriquillo gründete in Azúa eine Gemeinschaft für die letzten noch lebenden Tainos. Er selbst starb 1535 in den Bergen von Barahona. Enriquillo gilt als erster Freiheitskämpfer Amerikas.

Hauptstadt der Dominikanische Republik

1802 wurde Barahona vom französischen General und haitianischen Freiheitskämpfer Toussant L’Ouverture gegründet. Unliebsam und zu weit von der Hauptstadt Santo Domingo entfernt schwand der Einfluss der Spanier in der Region. Die Unabhängigkeit von Haiti hat Barahona fast verschlafen. In den politisch unruhigen Zeiten zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im Jahr 1913 Barahona kurzzeitig zur Hauptstadt ernannt. Wenig später wurde die Barahona Sugar Company gegründet. Zwischen 1918 und 1960 gehörte Barahona zu den reichsten Städten des Landes. 1927 wurde die erste Fluggesellschaft der Antillen eröffnet, der Hafen ausgebaut. Der Wohlstand währte nicht lange. Die Zuckerfabrik wurde geschlossen, Barahona versank in der Bedeutungslosigkeit.

Barahona – Auf dem Weg zu sich selbst

Unter Präsident Balaguer wurde 1996 der internationale Flughafen „María Montez” eröffnet, kleinere Hotels gebaut, Pensionen erweitert und moderniert. Die Dominikanische Republik wurde als Urlaubsdestination entdeckt. Barahona rüstete sich. Der erhoffte Tourismusboom blieb aus, der Flughafen wurde geschlossen. Kompetenz mit anderen touristischen Destinationen im Land und Fehleinschätzungen der aktuellen Situation der Region waren nur einige der Gründe.

Barahona und der Südwesten verfügen über fast unbegrenzte Resourcen für Natur-, Abenteuer- und Individualtourismus. Eine Zunahme der Tourismusaktivitäten ist langsam spürbar. Barahona entwickelt sich weiter undbesinnt sich wieder auf das was es ist: Wildromatisch.

Unentdeckte Schätze des Piraten Corfresí

Roberto Cofresí Ramírez de Arellano, besser bekannt als „El Pirata Cofresí” kam durch seine verwegenen Abenteuer in der Karibik zu einem besonderen Ruf. Durch Überfälle auf reiche Handelsschiffe und die anschließende Verteilung der Beute unter den Armen brachten ihm auch den Namen „Robin Hood der Karibik” ein. Cofresí, Sohn des deutschen Auswanderer Franz Gustav von Kupferstein, wurde am 17. Juni 1791 in Cabo Rojo geboren. Im Jahre 1818 beschloss Cofresí ein Pirat zu werden und organisiert eine Crew von 8 bis 10 Männern. Ihre Basis richteten sie auf der Insel Mona nahe der Südwestküste der Dominikanischen Republik ein. Cofresí verübte in den folgenden Jahren Überfälle auf Handelsschiffe unter amerikanischer Flagge. Schiffe aus Frankreich, England und Holland ignorierte er. Seine Abneigung gegen alles amerikanische entstand, als er einmal ohne zu bezahlen Zucker von einem amerikanischen Handelsschiff „entwendete” und dabei erwischt und vom Kapitän verletzt wurde. Cofresí wurde als einer der letzten Piraten am 27. März 1825 in der Festung von San Juan hingerichtet. Noch heute wird nach den Schätzen gesucht. Die Legende sagt, dass die Schätze Cofresís noch nicht entdeckt wurden, da es Brauch unter den Piraten war, demjenigen der ihm geholfen hatte, zusammen mit dem Schatz zu vergraben.