Zwei Drittel der Bevölkerung werden zu den Armen gezählt. Diese sind arbeitslos oder unterbeschäftigt, oder arbeiten für geringe Löhne. Die städtischen Arbeiter stammen überwiegend vom Land. In den letzten 50 Jahren nahm die Landflucht rapide zu. Die städtische Bevölkerung wuchs zwischen 1920 und 1970 um 300%, wohin gegen das Wachstum auf dem Lande nur etwa um 45% zunahm.

Das Abdrängen eines großen Teils der Bevölkerung in Randgruppen, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, nimmt immer noch beängstigend zu. Die dominikanischen Bauern sind Nachfahren befreiter Sklaven oder haitianischer Siedler, die von dem Landverteilungsprogramm aus dem Jahre 1824 profitiert haben. Die kleinen Ländereien wurden jedoch durch das Erbsystem immer weiter zersplittert.

52% des Landes ist im Besitz von nur 18 Familien. Glücklich können sich noch die Bauern schätzen, die ein Stück zur Bewirtschaftung ihr eigen nennen können. Groß dagegen ist die Gruppe der landlosen Bauern, die als Saisonarbeiter verdingen oder teilweise im agroindustriellen Bereich, beim Straßenbau und ähnlichen ein paar Pesos dazuverdienen müssen. Das reicht jedoch bei weitem nicht aus um eine Familie zu ernähren. Schlechte Trinkwasserversorgung, unzureichende Absatzmärkte, fehlende medizinische Versorgung und schlechte Informationen der Bauern veranlassen viele von ihnen, ihr Glück in der Stadt zu suchen, doch meist ohne Erfolg. Der nächste Schritt ist oft die Emigration. Viele der Landflüchtige sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Die sogenannten „chiriperos“, Gelegenheitsarbeiter und Tagelöhner, die überall dort arbeiten, wo sie eine ergattern können, zum Bsp. man streicht beim wohlhabenderen Nachbarn die Türen an, etc. Diejenigen die ein kleines Geschäft haben, geht es schon etwas besser. Auf dem „triciclo“ (Fahrrad mit Karren) verkauft man Gemüse und Säfte, mit der „paleta“ (dem Bauchladen), stellt man sich auf die Straße und verkauft Zigaretten und Kaugummis. Die Kinder der chiriperos arbeiten meist als Schuhputzer, Fensterputzer oder Zeitungsverkäufer. Oft dürfen sie nicht ohne eine bestimmte Summe nach Hause kommen.

Darüber hinaus gibt es noch die „muchachas“, die oft vom Lande kommen und für ein klägliches Gehalt in einer Familie ein Mädchen für alles sind.

Allgemein lässt sich sagen, dass versucht wird aus allem ein Geschäft zu machen. Wer es sich irgendwie leisten kann, geht nicht selbst zum Zigaretten holen, sondern schickt für ein paar Pesos eine Muchacha oder ein Kind, das gerade Geld braucht. Bezahlt wird jede Leistung, die jemand für einen erbringt. Es existiert eine Wechselwirkung zwischen Hautfarbe und Einkommen. Je dunkler die Hautfarbe, desto geringer das Einkommen. Obwohl dies immer wieder geleugnet wird, existiert eine solche Verbindung zwischen Hautfarbe und den Chancen in der Gesellschaft, also mit dem Einkommen und dem damit verbundenen Prestige. Zwei Bereiche jedoch lassen mehr oder weniger ungeachtet der Hautfarbe eine soziale Mobilität zu: eine Karriere in der Armee und Erfolg im Sport, insbesondere im Baseball.

Reisbauern bei Nagua
Foto © Andy Schnelli

 

Aus dem Mittelstand rekrutierte Trujillo seine Anhänger. Sie ist die verschiedenartigste Gruppe der dominikanischen Gesellschaft. Sie umfasst viele Berufe und Einkommensstufen, kleine Geschäftsleute und Angestellte. Hier findet man auch das Größte Völkergemisch Ca 50% der Mittelschicht haben Vorfahren aus Spanien. Die Ober und Mittelschicht machen etwa ein Drittel der heutigen dominikanischen Bevölkerung aus.

Die Oberschicht ist relativ spät entstanden, und im Gunde ist sie eine bunt gemischte Gruppe Industrieller, Landbesitzer und Händler. Sie setzt sich aus alteingesessen Familien, die ihren Stammbaum bis in die Kolonialzeit zurückverfolgen können, und den unter Trujillo und Balaguer reich gewordenen zusammen. Man unterscheidet heute diejenigen aus Santiago und die aus Santo Domingo anhand ihrer Haltung zum Reichtum. Diejenigen aus Santo Domingo würden stärker an sofortigen Profit, diejenigen aus Santiago längerfristig planen. Man unterschiedet somit zwischen den Neureichen und der traditionellen Gruppe der an Reichtum gewöhnten. Ein Teil der dominikanischen Oberschicht hat seine Wurzeln im Norden des Landes, im Cibao. Dieses Gebiet ist Hauptanbaugebiet für Tabak und Zucker, und das Geschäft mit diesen Produkten begann Mitte des 18. Jahrhunderts zu blühen. 1770 war das Verbot des direkten Handels von Spanien aufgehoben worden. Nun stand dem freien Handel nichts mehr im Wege. Es entwickelte sich ein freies Handelsbürgertum.

1870 brachten eingewanderte Kubaner neue Methoden des Tabak- und Zuckerrohranbaus mit, und so zog um die Region von Santiago Reichtum ein. Dieser zunehmende Wohlstand gab den Familien ein starkes Gefühl der Unabhängigkeit gegenüber dem Süden, der vom Export von Mahagoniholz nach Europa lebte. Aus der Mitte dieser Cibaenos gingen auch einige Präsidenten hervor, so zum Beispiel Antonio Guzmán, und auch der neue Präsident Hípolito. Man ist stolz auf diese Tradition. Nur für kurze Zeit, vor der Machtergreifung Trujillos, hätten die Reichen aus dem Norden fast den politischen Anschluss verloren. Sie unterschätzten die Wichtigkeit des Militärs und der neu gebildeten Polizei als Machtinstrumente Trujillos, sowie die neuen Reichen des Südens. Sie wurden sich jedoch schnell klar darüber, dass sie sich mit den Emporkömmlingen aus Industrie und Militär arrangieren müssten, um weiterhin ein Wörtchen in der Politik mitreden zu können. 1963 zeigte man sich in dieser heterogenen Gruppe gegen Bosch solidarisch, ansonsten versucht man, sich mit den Militärs gut zu stellen, um Rückendeckung für Geschäfte zu haben und um sich die immer größer werdende Masse der Armen zu schützen, die vielleicht einmal die Geduld verlieren und sich gegen ihre prekäre Situation auflehnen könnten.

„Der Südwesten“, Reiseführer Dominikanische Republik.

Der Südwesten des Landes ist die ursprünglichste Region des Landes: Entdecke versteckte Sehenswürdigkeiten, informiere dich über Hotels und Eco-Lodges und lasse dir deinen frischen Fisch in typischen Restaurants an den traumhaften Stränden so richtig gut schmecken. Hier findest du mehr Infos zum Südwesten.

Die Legende der Ciguapas

In der Höhle der Linen im Nationalpark Los Haitises steht eine Tafel, auf der die Legende der Ciguapa in Kurzform erzählt wird. Es wird die...
Ausruhen auf dem Mogote

Freitag, 25. August 2017

Schlagzeilen: + Von 30.257 Studenten bestanden nur 1.276 die Prüfungen + Hotelkette baut zwei Gebäude direkt am Strand von Cabarete + 80% der Korallenriffe in der Dominikanischen...
Fahrradreparatur

Donnerstag, 24. August 2017

Schlagzeilen: + Race of Water zu Besuch in Santo Domingo und Samaná + Jarabacoa hat ein neues Hotel + Heldenmonument in Santiago bekommt einen Aufzug + Hiper Olé...
Domino

Mittwoch, 23. August 2017

Schlagzeilen: + Die heiße Hurrikansaison beginnt + Containerumschläge wachsen um 38,5% + Wiederaufforstung der Berge im Süden trägt erste Früchte Die heiße Hurrikanzeit beginnt Obwohl die Hurrikanzeit...
Truthahngeier

Dienstag, 22. August 2017

Schlagzeilen: + Beginn der Schulsaison 2017/2018 + Holzkohleöfen im Biosphärenreservat - Ein soziales, ökonomisches und ökologisches Problem + Zigaretten in Haina beschlagnahmt + Dominikanerinnen gewinnen ihr zweites Spiel...