Um den Salzsee Lago Enriquillo im Südwesten der Dominikanischen Republik existieren noch etwa 200 freilebende, wilde Amerikanische Spitzmaulkrokodile. Das amerikanische Spitzkrokodil kann eine Länge von bis zu 7,7 Meter erreichen. Das größte lebende in der Dominikanischen Republik ist 3,8 Meter groß. Diese Tiere ernähren sich überwiegend von Fisch. Sollten sie mal einen zu langsamen Esel oder eine Kuh erwischen, ist es selten. Auch Vögel kommen ab und an mal auf den Speiseplan. Fressen tun die Tiere am liebsten bei Nacht.

An den Vorderbeinen hat das Krokodil fünf freiliegende Finger. An den Hinterbeinen befinden sich vier Zehen, von denen die drei innen liegenden kräftige Krallen haben. Das Krokodil bewegt sich durch schlängelnde Bewegungen oder wuchtige Schläge des abgeflachten Ruderschwanzes vorwärts. Durch entsprechendes verteilen der Luft in den Lungen können die Krokodile schräg mit abwärts hängendem Rumpf und Schwanz im Wasser liegen, so dass nur Augen, Ohren und Nasenöffnungen herausragen. Die Zähne der Krokodile dienen lediglich zum Ergreifen und Festhalten der Beute. Die Beute wird nicht zerkaut, sondern schnell und gründlich nach dem Schlucken verdaut. Unverdauliche Teile, wie Federn oder ähnliches, werden als Gewölle wieder ausgeschieden. Der Kopf des Krokodils endet mit einem mehr oder weniger stark verlängerten Schnauzenteil, an dessen Spitze der Nasenhöcker mit den beiden Nasenöffnungen liegt. Krokodile können mit geöffneten Mund unter Wasser lauern und trotzdem atmen. Das geschieht durch die Nasenlöcher, deren langer Nasengang durch ein Hautsegel von der Mundhöhle werden kann. Kleinere Krokodile können bis zu einer Dreiviertel Stunde tauchen, größere über eine Stunde. Die weiblichen Exemplare werden bei einer Länge von 2,5 Meter geschlechtsreif und legen in der Regel zwischen 30 und 60 Eier in ein Nest. Nach ca. 90 Tagen schlüpfen die kleinen Krokodile, die dann bereits eine Länge von ca. 25 cm haben. Weltweit gibt es etwa noch 400 freilebende Exemplare (abgesehen von frisch geschlüpften Jungtieren).

Krokodile haben als einzige Saurier im Spiel der Evolution überlebt. Sie kennen nur noch einen Feind: Den Menschen. Das Gehirn eines ausgewachsenen Krokodils macht nur 0,005 Prozent seines Gesamtgewichtes aus. Das Gehirn eines Menschen wiegt in der selben Relation 350 mal soviel. Das Gehirn des Krokodils ist zwar klein, aber sehr gut organisiert. Als alle anderen Saurier zugrunde gingen, war dieses Gehirn bereits 135 Millionen Jahre alt und half dem Krokodil zu überleben.

Heute leben noch 21 Krokodilarten, welche in drei Gruppen eingeteilt sind:

  • 1. Alligatoren, zu denen auch die Kaimane zählen, haben einen stark entwickelten vierten Oberkieferzahn. Bei geschlossenem Maul sieht man den vierten Unterkieferzahn nicht.
  • 2. Bei echten Krokodilen dagegen ist auch bei geschlossenem Maul der vierte Unterkieferzahn sichtbar. Bei ihnen ist der fünfte Oberkieferzahn besonders groß.
  • 3. Den Gavial (Indien) erkennt man an der langgezogenen Schnauze und den gleichförmigen Zähnen. Besonders auffällig: der Knoten an der Nase. Das lange Maul dient zum besseren Fischfang.

Zu den kleinsten Krokodilen gehört der Keilkopf-Glattstirnkaiman, der etwa 1,25 Meter lang wird. Die größten sind die im Salzwasser lebenden Leistenkrokodile. Sie können eine Länge von 10 Metern erreichen und bis zu 100 Jahre alt werden.

Die Verhaltensweisen dieses alten Sauriers sind weiter entwickelt als die jedes anderes Reptils. Es kann Ursache und Wirkung erkennen und sein Verhalten darauf abstimmen, so dass es bis heute selbst die wildesten Ausrottungsversuche überstanden hat.

Beispiel: Wird eines dieser Tiere mit nachgeahmten Krokodil-Hilferufen in eine Falle gelockt, zieht dieser Trick bei keinem Krokodil mehr, dass die Folgen eines solchen Hilferufes mit angesehen hat. Die Tiere lernen schnell. Sie haben sehr viel Geduld. Diese Tugend ist allen Krokodile gemein, egal ob sie im Südamerikanischen Amazonas oder wo auch immer leben. Sie lassen sich Zeit beim Ausbaldowern ihres nächsten Coups und gehen dabei sehr diskret vor.

Angenommen sie stehen am Ufer eines dieser Flüsse und blicken über das ruhig fließende Wasser: weit und breit nichts zu sehen, kein „treibender Baumstamm“ nicht einmal ein leises Gekräusel auf der Wasseroberfläche, nichts. Aber das Krokodil sieht sie. Es liegt auf dem Grund, beobachtet jede Bewegung und überlegt, wie es sie am besten erwischen kann. Krokodile können bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben ohne Luft holen zu müssen. Dank eines überaus langsamen Stoffwechsels, der nur sehr wenig Sauerstoff verlangt. Die knappe Umsetzung von Sauerstoff und Nahrung steht im Zusammenhang damit, dass ein Krokodil keine körpereigene Temperaturreglung hat. Die Körpertemperatur wird von der Außentemperatur bestimmt. Deshalb wärmen sich Krokodile in der Sonne, damit das Gehirn erst einmal aufgewärmt wird, um auch richtig funktionieren zu können.

Der gewaltige Saurierkörper hängt nun schräg nach unten im Wasser und bleibt auf diese Weise unsichtbar. Auch das Maul, ein Siebtel der Gesamt-Körperlänge, ist mit Wasser bedeckt. Man sieht nun nur eine Teller große, eine etwa zehn Zentimeter hohe Kopffläche. Darauf die Ohren, Nüstern – und die Augen, die nach vorne blicken.

Ziel nehmen dauert nur einen Moment, in dem der Jäger Schnauze und Schwanz in gerader Linie auf sein Opfer ausrichtet. Dann verschwindet das Krokodil wieder in den Fluten bis auf etwa 40 cm unter die Wasseroberfläche. Der massige Körper stürzt sich in Bewegung, erst langsam dann schneller… Zielgenau rast es auf sein Opfer zu, ohne dabei die Wasseroberfläche auch nur im geringsten zu bewegen, nichts ist zu sehen, nichts zu erahnen.

Beim Angriff braucht das Krokodil mehr Sauerstoff als es in die Lungen pumpen kann. Als Folge sammelt sich in den Körperzellen ein Überschuss an Milchsäure an, einer Abfallchemikalie, die starke Muskelschmerzen hervorruft. Die Folge ist ein schneller Muskelkater und das Krokodil lässt sein Opfer schnell wieder los. Die Kraft des Gebisses beträgt bis zu 200 KG pro Quadratzentimeter. Aber durch den schnellen „Muskelkater“ wird das Krokodil nach wenigen Kampfminuten zum Schwächling.

Zubeißen können die Krokodile sehr kräftig, doch zum Öffnen des hat es wenig Kraft. Krokodile können nicht kauen. Sie können nur Fleischbrocken herausreißen. Dazu muss die Beute unter Wasser aufgeweicht werden.

Was sind Krokodilstränen?

Leistenkrokodile, welche im Salzwasser leben und deshalb auch salzige Nahrung aufnehmen, müssen das überflüssige Salz wieder ausscheiden. Dies geschieht über die Tränendrüsen.

Paarung von Krokodilen

In der Paarungszeit fangen die Krokodile zunächst an zu flirten. Er streichelt mit seiner Kehle ihre erogenen Zonen am Nacken. Mit schlängelnden Bewegungen drückt er sich an ihre Seite und liebkost mit seiner Vordertatze ihre Hüften. Wochenlang bleiben die beiden nur nebeneinander und tauschen Zärtlichkeiten aus. Auch nach der Paarung gehen die beiden sehr behutsam miteinander um.

Sie fällt in Trance beim Eier legen. Danach wacht sie 11 bis 14 Wochen neben dem Nest und legt dann ca 30 Eier. Nach gut 90 Tagen zerbeißt sie alle Eierschalen, ohne den Jungtieren auch nur einen Kratzer zuzufügen. Erst durch diese Brutpflege ist laut Darwin erst ein soziales und freundliches Verhalten auf die Welt gekommen. Krokodile waren wohl die ersten die dieses taten. Nur jedes fünfzigste Krokodil wird älter als fünf Jahre.

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